Dipl.-Ing. Rainer Schuppenhauer  Beratender Ingenieur für Informationssysteme
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Gesamtobligo-Übersichten

Bei größeren Geschäftspartnern sammeln sich zu meist verschiedenen Rechtsverbindlichkeiten je Nebenkonto an, die zwar sorgfältig getrennt, aber für die Beurteilung dennoch im Zusammenhang dargestellt werden müssen. Dazu die folgenden Beispiele.

 

  Beispiel einer Lieferantenkonten-Übersicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der hier gezeigte Lieferant ist gleichzeitig Kunde, Kreditnehmer und über Leasing­verträge sogar Kreditgeber des Unternehmens. Gleichwohl trägt das Unternehmen insgesamt das größere Kreditrisiko – eine Situation, die höchste Aufmerksamkeit erfordert. Immerhin fällt es auf, dass – zum Nachteil des Unternehmens – der Zinsertrag aus Ausleihungen niedriger, der Zinsaufwand für die Leasing­verbindlichkeiten hingegen höher ausfällt, als der kalkulatorische Zinssaldo des jeweiligen Kontos. Sodann betreffen die Ausleihungen an den Lieferanten (insgesamt € 100.000) bestimmte, vom Unternehmen in Auftrag gegebene Entwicklungsprojekte. Diese Darlehen dürften schon aus ihrer Bestimmung heraus mit einem erhöhten Substanzrisiko (geschätzte € 20.000) belastet sein. 

 

Beispiel einer Kundenkonten-Übersicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das vorstehende Beispiel zeigt die Kontenübersicht eines Kunden mit mehreren Filialen und unterschiedlichen Geschäftsbeziehungen. Zwar bewegt sich hier der Forderungssaldo noch gerade im Bereich des vorgegebenen Kreditlimits von € 30.000,--. Doch mit Darlehen, Wechselforderungen, noch nicht abgerechneten Aufträgen und gewährten Bürgschaften beläuft sich das Gesamtobligo auf rd. € 375.000,--. Dem steht aber nur ein Gesamtumsatz von € 261.000,-- und ein voraussichtlicher Rohgewinn von rd. € 34.000,-- gegenüber. Zählt man hier die in der folgenden Planungsperiode zu erwartenden Umsätze (rd. € 84.000) und Roh­gewinne (rd. € 18.000,--) hinzu, wird die Situation auch nicht viel besser. Dieses Bild zeigt, wie lebenswichtig dann eine derartige Kontenübersicht für den Unternehmer ist, damit er rechtzeitig gegensteuern kann.

 

 Beispiel einer Handelswarenkonten-Übersicht

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Handelsware lagert oft an verschiedenen Orten und gehört nicht immer nur dem Unternehmen. Im folgenden Beispiel sind es zufällig fünf verschiedene Lagerorte, einer davon außerhalb des Unternehmens bei einem Kommissionär (Charge 4). Im Übrigen hat das Unternehmen selbst auch eine Partie in Kommission genommen (Lagerplatz 7). Daneben sind noch drei weitere Partien per Termin bestellt und aus diesen bereits zwei andere per Termin verkauft. Für weitere Partien wurden Optionen erworben sowie verkauft und Rückgaberechte sowie Rücknahmepflichten vereinbart. Die Partie in Lagerplatz 19 ist zur Absicherung eines Kredites derzeit verpfändet.

Das Unterkonto ist nützlich, um Chargen, Lagerplätze, Termine oder Plan­perioden zu unterscheiden, und zwar die Chargen zum Haftungsnachweis, die Lagerplätze zur leichteren Auffindbarkeit der Bestandspositionen, die Termine bzw. Planperioden zur besseren Terminabstimmung von Einkaufs- und Verkaufs­positionen.